Deutscher Meister wird nur der RSV

Die Frauen des RSV Köln drehen in einem packenden DM-Finale einen 7:15 Rückstand nach dem Seitenwechsel und bezwingen den amtierenden Meister SC Neuenheim mit 22:15. Damit holt das Team von Trainerduo Marco Sermersheim und Morne Laubscher nach zwei nacheinander verlorenen Endspielen gegen den SCN im dritten Anlauf einen lang ersehnten Titel nach Köln. Es ist nach zahlreichen nationalen Titeln im 7er und 10er-Rugby der Frauen die erste deutsche Meisterschaft im 15er-Rugby in der Kölner Rugby Historie überhaupt. Dabei starteten die Kölsche Mädcher vor über 500 Zuschauern im Rugby Center Hürth – wie schon im Halbfinale gegen den HRK nervös und fanden im ersten Durchgang kaum Zugriff zum Spiel. Die deutschen Meisterinnen der beiden Vorjahre hingegen legten wie die Feuerwehr los und lagen nach 14 Minuten bereits mit 2 Versuchen (10:0) in Führung, ehe Köln nach einem der wenigen Offensivaktionen zu diesem Zeitpunkt überraschend der Anschlussversuch gelang. Im Anschluss an eine gewonnene Gasse an der Mittellinie konnte RSV Außenspielerin Lisa Naumann nach einer schönen Kombination in der Dreiviertelreihe freigespielt werden und legte zum 5:10 rechts neben den Stangen ab (19.Min). Die Erhöhung verwandelte RSV Kapitänin Dana Kleine-Grefe sicher zum 7:10. Davon zeigte sich Neuenheim aber nicht beeindruckt und agierte weiter entschlossen  in Richtung Kölner Malfeld mit dem nächsten erfolgreichen Abschluss in der 27.Minute zum 7:15. Als Schiedsrichter Conrad Riepe zur Pause pfiff, führte Neuenheim verdient, hatte aber keinen der 3 Versuche erhöhen können und auch einen Straftritt aus günstiger Position vergeben.  Gleich die erste Aktion nach dem Seitenwechsel brachte die Kölsche Mädcher zurück ins Spiel und die Kontrahentinnen aus dem Tritt. Ein perfekt getimtes Zuspiel von RSV Innendreiviertel Lisa Kropp nahm die ehemalige Neuenheimerin Sylvia Kling auf und rannte kraftvoll durch die gegnerische Abwehrlinie zum 12:15. Nach der Erhöhung durch Kleine-Grefe zum 14:15 war Köln plötzlich präsent und die Stimmung auf den Rängen wuchs schlagartig. Das Team von SCN Trainer Markus Trick geriet zunehmend unter Druck und kam nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Es dauerte aber bis zur 68.Minute bis Köln nach zuvor ausgelassenen guten Chancen endlich in Führung gehen konnte.  Die Kölner Spielmacherin Kleine-Grefe, die längst angefangen hatte, den Takt hier vorzugeben, verwandelte einen Straftritt aus gut 25 Metern zum 17:15. Unter der lautstarken Anfeuerung des kölschen Anhangs setzte sich die starke Druckphase des RSV fort, während der SCN nach einer gelben Karte in Unterzahl geriet und keine Entlastung mehr schaffte. Drei Minuten später leitete Lisa Kropp, die bereits 6 Meistertitel mit dem HRK feiern durfte, mit einem Durchbruch den dritten RSV Versuch ein. Kleine-Grefe nahm das Zuspiel von Kropp auf und verlagerte das Spiel in Richtung Eckfahne, wo Außenspielerin Anja Fischer den Angriff mit ihrem Versuch zum 22:15 vollendete. Obwohl noch gut 10 Minuten Spielzeit ausstand, schien hier die Vorentscheidung gefallen zu sein, da Köln quasi fehlerlos weiter spielte und nichts mehr anbrennen ließ. So brachte Köln die Führung über die Zeit und durfte nach dem frenetisch umjubelten Schlusspfiff  eine auf Grund der absolut dominanten zweiten Hälfte verdiente deutsche Meisterschaft feiern.

RSV Kader:
Mareike Bier, Vivian Salim (58‘Pauline Heinemann), Carmela Welge, Hille Janssen, Vivian Gresser (38’Marta Heras), Melissa Paul, Caro Gleixner, Sarah Titgemeyer, Jil Lohmann, Dana Kleine-Grefe, Anja Fischer, Lisa Kropp, Sylvia Kling, Lisa Naumann, Robin Callaghan. Ersatz: Lynn Schüller, Lotta Afflerbach, Romy Titov, Sophie Terwiel, Fiona Krieger.

Ausführlicher Spielbericht siehe Totalrugby http://www.totalrugby.de/content/view/9874/46/

Alle Fotos von 66 Photography – Vielen Dank Johannes!