Ahl Säck auf Tour in Schottland

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Bericht zur Tour in Edinburgh 2016

Nach langer Vorbereitungszeit, einigem Hin und Her (leider gab es teilweise recht kurzfristig noch Absagen) und vielen Fragen („Was muss ich eigentlich mitnehmen?“, „Von wo fliegen wir noch ‚mal?“, …) war es am 30.9. endlich soweit. Treffen am Hauptbahnhof, dann Fahrt zu Flughafen und Warten auf den Flieger. Der sollte um 11.10 Uhr abheben (nicht um 11:11 Uhr), aber statt einer Minute waren es dann doch noch 25 Minuten. Egal – zum Glück gab es noch eine Versorgungsstation, die noch einige lokale Getränkesorten anbot, die wir zur Überwindung des Trennungsschmerzes dann auch annahmen. Gleichzeitig bekam jeder Teilnehmer sein Schild mit dem offiziellen Tour-Namen ausgehändigt. Wir sind ja schließlich ein deutsch-schottischer Kulturverein, und tatsächlich hatte sich auch jeder Mitreisende mit der Geschichte seines Alter Ego auseinandergesetzt. Sehr löblich – somit war dann auch eine Abfragestunde nicht von Nöten.

Bei der Ankunft wurden wir durch das allseits bekannte Inselwetter begrüßt, und während der ganzen Fahrt vom Flughafen … regnete es. Da wurde schon gegrübelt, ob die Packliste vielleicht doch nicht alle benötigten Teile enthielt, wie z.B. Gummistiefel, Regenjacke, Schirm oder ähnlichem.
Langweilige Strassenzüge, merkwürdige Läden („Kung Fu Tea“) bzw. direkt daneben die Niederlassung der Gemeinschaft „Farbenblinde“. Wo sind wir hier gelandet? Zumindest die dezente Gestaltung mit Fahnen erlaubte den Schluss – wir sind in Schottland. Aber – oh Wunder – kaum haben wir Waverley Station erreicht – verschwinden sowohl Regen als auch Wolken. Perfektes Wetter – eine kleine Sensation. Ob dies noch die nächsten Tage so bleibt? Nach kurzem Fußweg erreichen wir das Safestay Hostel – unser Domizil für die nächsten Tage. Das Safestay liegt sehr schön mitten im Zentrum, und – nun ja – wir wissen alle, dass Preis und Komfort nicht immer korrelieren – aber für den günstigen Preis sind auch Doppelstock-betten mehr als erträglich. Und wir wollten uns ja eh eher selten auf den Zimmern aufhalten…

Auf ging es zum ersten Event – der Empfang beim Lord Provost. Zur Erläuterung – der Lord Provost ist 14632624_10155360099137699_809361969_oder Oberbürgermeister, dieser Titel wird übrigens ebenfalls in Aberdeen, Dundee und Glasgow gepflegt. Nach kurzer Wartezeit gewährte man uns dann Einlass. Und dieser Empfang war sensationell – es wurden eine Vielzahl Getränke angeboten, und nach einem kurzen Antrunk wurden die offiziellen Grußworte ausgetauscht. Freundlicherweise haben wir auch ein offizielles Schreiben von Frau Reker erhalten, welches verlesen wurde. Man beachte übrigens den ASV-Schal, eines unserer Geschenke. Wir erhielten einen traditionellen „quaich“ (http://www.whiskyglas.org/quaich-geschichtedes-whiskyglases/) und dazu passend eine schöne Flasche Whisky – mehr als eine Geste. Und danach hatten wir wirklich viel Zeit für interessante Gespräche – The Right Honourable The Lord Provost of Edinburgh (das ist nämlich die Langfassung) Donald Wilson nahm sich fast eine Stunde Zeit, um in vielen kleinen Gesprächen uns Edinburgh, die Geschichte und viele andere interessante Details zu erklären. Und wenn es mehr zu trinken gegeben hätte, wären wir sicherlich noch viel länger geblieben (second conditional?). 14625805_10155360099102699_990168703_oSomit ging es wieder zurück ins Hostel, man macht sich bereit für den ersten Abend. Da wir ja am nächsten Tag direkt spielen, war natürlich klar – alle müssen früh ins Bett. Das kam natürlich nicht bei allen an, wurde aber natürlich direkt am nächsten Morgen im Rahmen des KangarooCourts nach reichhaltigem schottischen Frühstück gewürdigt. Der Unterschied zum englischen Frühstück ist übrigens, dass es zusätzlich dazu Haggis gibt.

Wichtig war natürlich die Wahl unseres Dreigestirns, welches uns dann den Tag über begleiten durfte. Diesmal errangen die Ehrentitel Prinz, Jungfrau und Bauer nicht die üblichen Verdächtigen, sondern es wurden unsere zwei Tourneezugänge gewürdigt (James Paraffin Young, John Boyd Dunlop und Macbeth). Und sie haben das hervorragend und mit Bravour gemeistert. jfjgjhjkljhlfds
Nach diesem offiziellen Teil ging es los Richtung „Broughton Rugby Club“, einem kleinen Club im Norden Edinburghs, auch hier – alles mit dem Bus zu erreichen. Das Wetter war perfekt und das Clubgelände riesig – und kein Gastgeber weit und breit. Die trudelten dann so nach und nach ein (12.30 Uhr ist ja Kick-Off, dann reicht es ja, wenn man um kurz nach 12 kommt), aber – wir kennen das ja :-) . sdsdifjfVom Spiel gibt es nicht so viele Aufnahmen, da unser Raumflotteningenieur Montgomery Scott so seine Schwierigkeiten mit der antiken Technik hatte. Egal – war schön, die Schotten haben statt zwei OldBoy-Teams eine Mannschaft aufgestellt, bei der sicherlich mehr als die Hälfte aus zweiter und sogar erster Mannschaft bestand. Die hatten wir auch im Griff, leider erst im dritten Drittel (3×25 Minuten wurde gespielt). Da hatten wir sie dann physisch und psychisch zermürbt. Danach haben wir uns noch das Spiel ihrer ersten Mannschaft angeschaut – nun – das ist nur fünfte Liga – aber ganz vorsichtig gesagt, könnten die in unseren diversen Ligen gut mithalten. Auf jeden Fall sehr schnell. Es folgte eine Ansprache, Austausch von Geschenken (wir haben jetzt tatsächlich eine Broughton Rugby Club Krawatte), kurzes Wett-Trinken Macbeth gibt es noch „room for improvement“) und dann in die Stadt zurück.

Unser Dreigestirn konnte wie gesagt stilsicher punkten, besonders ihre Lieblichkeit beeindruckte durch Beinfreiheit, die bei den abendlichen Temperaturen nicht selbstverständlich war. Und sobald die Sonne weg war, wurde es richtig kühl. Ansonsten – Bilderbuchwetter – am nächsten Tag waren alle Wolken weg. Freitag und Samstag Abend war eigentlich geplant, in einem der „sponsoring clubs“ unseres Gegners zu Essen, aber irgendwie gab es wohl Kommunikationsprobleme – kurz gefasst – da wusste keiner etwas von. Egal – Platz ist in der kleinsten Fish&Chips-Hütte, anschließend wurden die lokalen Getränkespezialitäten geprüft. Gründlich! Man muss feststellen, dass Edinburgh eine ausgeprägte Pub-Kultur hat, und vor allen Dingen haben sich hier noch nicht die Pub-Ketten breitgemacht. Wirklich jeder Pub hat seine Geschichte, teilweise über einen Zeitraum von 300 Jahren und mehr.

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11 – Rekordhalter – Kraft durch Kölsch

Am Sonntag war auch wieder frühes Aufstehen angesagt (man mag es uns nicht glauben – aber wir waren jeden Morgen spätestens um 8.30 Uhr beim Frühstück – vielleicht eine Sonderform der sog. senilen Bettflucht). Und auch das mag vielleicht kaum einer glauben, den Sonntag haben wir mit Sightseeing verbracht. Zum Beispiel mit der Vintage Hop-on-Hop-off-Tour (und unserer netten schottischen Tourguide Sarah). Oder im Schloss von Edinburgh mit diversen Attraktionen (schwer beeindruckend, besonders akustisch – der Musketenschütze). Und immer noch Sonnensching pur!
Vom vielen Schauen und Laufen erschöpft traf man sich dann wieder am Grassmarket, und tauschte alte und neue Geschichten aus. Sehr unterhaltsam wie immer. Der Grassmarket ist sehr schön, übrigens – was in Köln Stolpersteine sind, dass sind in Edinburgh die Stolperpylone aus Granit – besonders Ortsfremde fallen ihnen zum Opfer. Ein Teil der Tourgruppe traf sich dann beim typisch schottischen „Petit Paris“, und dort einen Zwischengang einzulegen. Oder einfach draußen sitzen und sich grillen lassen. etjhgfdDank Sir Arthur Conan Doyle haben wir dann für den Abend einen sehr schönen langen Tisch im Biddy Mulligans gehabt (da waren wir schon am ersten Abend). Essen à la carte – reichlich und aus der schottischen Küche. Vielleicht außer bei Sir Roderick Impey Murchison, der auch nach einer Riesenportion leider immer noch hungrig war, und aber durch John Logie Baird vor einem schlimmeren Schicksal gerettet wurde. Der Rest des Abends – Live Musik, viele neue Bekanntschaften (z.B. Kanadier, die sehr fasziniert von unserem wunderbaren Kopfschmuck waren – wie eigentlich jeder, wenn man es nüchtern betrachtet).
Am Montag morgen auch wieder – früh aus dem Bett – Abflugtag (3.10.). Ohne weitere sensationelle Ereignisse erreichten wir dann den Flughafen, an dem dann schon die Maschine wartete. Das Ende einer tollen Tour, die allen viel Spaß gemacht hat!! Ach ja, bevor ich es vergesse – wer mag, kann gerne David Hume zum Verbleib unserer Tourschafes „Suzy“ befragen :)

Ps. zum wundervoll herausgearbeiteten Bericht inklusive Frau Rekers Brief und ein paar mehr Fotos, geschrieben von Ahl Säck Fassl, gehts hier: http://www.fassl.org/TourSchottland2016.pdf